Fatih Birol, Chefökonom der Internationalen Energieagentur, fordert Konsequenzen: "Alle müssen sich darauf vorbereiten: Regierungen, Industrieunternehmen, und sogar die Verbraucher sollten sich gut überlegen, was für ein Auto sie sich kaufen", so Birol. Seine Behörde berät die westlichen Industrienationen. Die müssten jetzt schnell handeln. "Heute stammen 95 Prozent des Nachfragewachstums aus dem Transportsektor - Autos, LKW und Flugzeuge. Hier müssen wir Alternativen zum Öl finden. Wir müssen das Öl verlassen, bevor es uns verlässt."
Haushalte mit niedrigem Einkommen seien von steigenden Ölpreisen besonders schwer betroffen, erklärt Dr. Wolfgang Schade vom Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung. Für sie würden Heizung und Sprit zukünftig zum unverhältnismäßig großen Kostenfaktor. Nach Berechnungen des Instituts im Auftrag der EU-Kommission hätte ein hoher Ölpreis außerdem stark sinkende Wirtschaftsraten und steigende Arbeitslosigkeit zur Folge. Bis zu zehn Prozent weniger Beschäftigung wäre die Folge.