» Erdgas» Flüssiggas» Heizöl» Strom» Brennholz» Pellets» Hackschnitzel» Braunkohlebriketts» Weizen

Biokraftstoffe nur nachhaltig nutzen

Der steigende Einsatz nachwachsender Rohstoffe im Kraftstoffsektor darf nicht zu Lasten von Biodiversität und Nahrungsmittelproduktion vorangetrieben werden, so die Deutsche Umwelthilfe. Er muss künftig sowohl bezüglich der Einsparung klimawirksamer Treibhausgase als auch bezüglich des Flächenbedarfs so effizient wie möglich erfolgen. Die in den vergangenen Jahren brachial vorangetriebene Ausbaustrategie in Deutschland, Europa, in anderen Industriestaaten und in den Schwellenländern muss in ihrem Tempo zurückgefahren werden. Deutschland und die EU sollen tragfähige Nachhaltigkeitskriterien entwickeln und versuchen, diese zügig weltweit durchzusetzen. Diese Forderungen stehen im Mittelpunkt der Diskussionen auf der 1. Konferenz des von der Deutschen Umwelthilfe e. V. (DUH) getragenen Netzwerks Bioenergie. Die Tagung unter dem Titel "Biokraftstoffe - Segen oder Fluch?" findet am heutigen Dienstag in der Botschaft Brasiliens in Berlin statt.

"Ziel des Einsatzes von Bioenergie im Kraftstoffsektor kann nicht sein, die Autoindustrie von der Entwicklung Sprit sparender Motortechnik freizustellen. Biokraftstoffe haben nur dann eine Daseinsberechtigung, wenn sie helfen, die Klimabelastung wirksam zu mindern. Sie dürfen weder das globale Artensterben weiter beschleunigen noch die Anstrengungen zur Bekämpfung des Hungers in der Welt behindern", sagte DUH-Bundesgeschäftsführer Rainer Baake. Die DUH plädiert dafür, zumindest in Deutschland dem Einsatz von Bioenergie zur Bereitstellung von Strom und Wärme Vorrang gegenüber der Biokraftstoffproduktion zu geben. Biomasse könne direkt zur Heizung eingesetzt oder nach einer Umwandlung in Biogas zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme (Kraft-Wärme-Kopplung) genutzt werden. Effizienz müsse insgesamt zur Leitschnur des Einsatzes von Bioenergie werden. Baake begrüßte die in der vergangenen Woche im Bundeskabinett beschlossene Absenkung der Biokraftstoffquoten. Diese Entscheidung sei angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die nationalen und weltweiten Folgen einer brachialen Einführungsstrategie überfällig gewesen. "Alle müssen sich mit dem Gedanken abfinden, dass Bioenergie im Gegensatz zu anderen erneuerbaren Energien eben keine unendliche Energie ist", sagte Baake.

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen BP AG, Dr. Uwe Franke, erinnerte anlässlich der Tagung des Netzwerks Bioenergie daran, dass "Biokraftstoffe auf absehbare Zeit die einzige Option zur CO2-Reduzierung im Kraftstoffsektor" seien. Franke: "Aber wir müssen realistisch bleiben. Der Beschluss der Bundesregierung vom 5. Oktober zur moderaten Absenkung der Quoten ist ein richtiger Schritt, obwohl auch er in der Umsetzung schwierig wird." Der Kompromiss müsse schnell umgesetzt werden, damit die neuen Quoten pünktlich zum 1. Januar 2009 in Kraft treten können. Allerdings sei "die für 2010 geplante Quotenerhöhung ohne Regelung der Nachhaltigkeit nicht erfüllbar." Franke erklärte, dass auch die zur Erfüllung der nun weniger ambitionierten Quote notwendigen Mengen Biokraftstoff-Importe nach Deutschland in nennenswertem Umfang erforderlich mache.



[Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V.]

Knisternde Holzscheite gegen klirrende Kälte
Der Winter hat Deutschland fest im Griff. Klirrende Kälte und glatte Straßen behindern derzeit vor allem die Autofahrer.
Biogas zum Heizen: Angebot wächst langsam, aber stetig
Grüne Energie aus der Steckdose ist für viele Verbraucher inzwischen selbstverständlich.
Moderne Öl-Brennwerttechnik – wirtschaftlich und zukunftssicher
Besitzer älterer Öl-Heizungen sollten jetzt die Gelegenheit nutzen und ihre Anlage modernisieren.
Holz und Sonne halten Einzug in die Heizungskeller
Heizen mit erneuerbaren Energien wird bei Deutschlands Hauseigentümern immer beliebter.
Effizient heizen und sparen mit erneuerbaren Energien
Das optimale, grundsätzlich standardisierte Heizungssystem mit Erneuerbaren Energien - sozusagen von der Stange - gibt es nicht.
Biokohle für das Klima: Kohle aus Pflanzenabfällen
Abfälle in Kohle verwandeln, um damit CO2 dauerhaft zu binden - damit beschäftigen sich Wissenschaftler weltweit und sehen bereits die schwarze Revolution heraufziehen, schreibt das Magazin Technology Review.